Regionale erneuerbare Wärme und Kälte für Aarau

18. Mai 2017

IBAarau realisiert in der Stadt Aarau ein innovatives, zentral gesteuertes Heiz- und Kühlsystem auf Basis erneuerbarer Energien. Mit dem Projekt leistet IBAarau einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der ESAK Energiestadt-Initiative und der Energiestrategie 2050: Es wird regionale erneuerbare Energie produziert, die Energieeffizienz erhöht und der CO2-Ausstoss gesenkt.

Fernwärme und Fernkälte haben einen wesentlichen Vorteil: Mit dem Fernanschluss an die Energiezentrale entfällt die Installation von Heiz- und Warmwasseraufbereitungs-Anlagen in der eigenen Liegenschaft. Mit der Realisierung der Wärme-/Kälteverbunde Kasino, Torfeld, Schachen, Telli und Goldern kann ein Viertel der Wärmeversorgung von Aarau von fossiler Energie auf regional erzeugte erneuerbare Energie und Abwärme aus der Kehrichtverbrennungs- und Abwasserreinigungsanlage umgestellt werden.

Wärmepumpen erzeugen die Wärme/Kälte mit Grundwasser

In den Energiezentralen wird über 80 Prozent der benötigten Wärme und Kälte CO2-frei mit einem hocheffizienten Wärmepumpensystem erzeugt. Als Hauptenergieträger wird das in grossen Mengen vorhandene Grundwasser verwendet. Im Redundanzfall und für die Deckung von Spitzenlasten werden Erdgas-/Biogasheizkessel eingesetzt.

Kasino

Die Energiezentrale Kasinopark wurde als erster Verbund in Betrieb genommen und liefert seit 2014 erneuerbare Energie für den City-Märt und die Aarauer Innenstadt. Der Verbund ist bereits heute zu zwei Dritteln ausgelastet; weitere Netzanschlüsse sind beim Kasernenareal, der Kasinostrasse, Feerstrasse und dem Graben geplant.

Torfeld

Mit der Inbetriebnahme des Wärme-/Kälteverbunds Torfeld Ende 2015 wurde eine weitere Etappe der städtischen Energieversorgung mit erneuerbarer Energie verwirklicht. Auch das Kantonsspital ist angeschlossen; dieses nutzt neben Wärme und Kälte auf Grundwasserbasis die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs. In den kommenden Monaten werden unter anderem die Neubauten von Swissgrid und IBAarau ebenfalls an das Fernwärmenetz geschlossen. Ein weiterer Netzausbau Richtung Buchs ist in Planung.

Telli

Mitte 2017 beginnt IBAarau mit dem Leitungsbau des neuen Energieverbunds im Telli-Gebiet. Bis zur Inbetriebnahme der Energiezentrale Telli können die Telli-Kunden von der Energiezentrale Torfeld ökologische Wärme und Kälte beziehen. Die beiden Zentralen werden künftig über das geplante Fernleitungsnetz miteinander verbunden.

Die Energiezentrale Telli wird neben der Abwasser-Reinigungsanlage (ARA) Aarau gebaut. IBAarau und der Abwasserverband Aarau und Umgebung (AVAU) streben eine nachhaltige Partnerschaft an: Das gereinigte Abwasser soll künftig als Wärmequelle für die Energieerzeugung mittels Wärmepumpen genutzt werden. Für die Kälteerzeugung wird – wie in den beiden Energiezentralen Kasino und Torfeld – das Grundwasser als Energiequelle genutzt.

Schachen

Durch die Einspeisung von Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs in den Wärme-/Kälteverbund Torfeld kann das Gebiet bis Schachen ohne den Bau einer weiteren Energiezentrale erschlossen werden. Mit dem Ausbau der Fernleitung Richtung Schachen kann IBAarau weitere Kunden mit umweltfreundlicher Wärme und Kälte beliefern.

Der Netzausbau Schachen beginnt im Mai 2017 und wird plangemäss Herbst 2018 beendet. Das Projekt stösst bei den Anwohnern auf grosses Interesse: Industrie- und Privatkunden wie auch Behörden möchten ihre Heizungs- oder Kälteanlagen auf erneuerbare und möglichst auch regionale Energien umstellen.

Goldern und Binzenhof

Ursprünglich war für Goldern und Binzenhof eine Wärmegewinnung mit Holzschnitzeln vorgesehen. Aus wirtschaftlichen Überlegungen wird nun aber eine Fernwärmeleitung ab der Energiezentrale Kantonsspital Aarau (KSA) gelegt. Nebst der Nutzung vom Grundwasser für Wärmezwecke wird die Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs für Raumheizung und Brauchwarmwasser verwertet.

Ab 2018 wird der Bau der Rohrleitung in Angriff genommen, damit die Anwohner rechtzeitig für die Heizperiode 2018/19 ökologische Wärme beziehen können.

Zusammenschluss der einzelnen Energiezentralen via Fernleitungsnetz

Die Gebiete Torfeld, Schachen, Goldern, Telli, Kantonsspital Aarau und später auch Kasino werden über das Fernleitungsnetz miteinander verbunden. Mit dem Zusammenschluss der Energiezentralen können die unterschiedlichen Stärken der regional vorhandenen Wärme- und Kältequellen optimal genutzt werden und die Wärme bzw. Kälte effizient produziert werden. Ausserdem wird durch die Verbindungen eine erhöhte Redundanz sichergestellt, welche beispielsweise bei späteren Revisionen einzelner Energiezentralen eine unterbruchsfreie Wärme- und Kälteversorgung gewährleistet.

Mit dieser ersten Ausbauetappe können die Massnahmen des Energieplans der Stadt Aarau umgesetzt und ein wichtiger Beitrag für die Reduktion des CO2-Ausstosses bis 2020 geleistet werden. Die IBAarau strebt keine Anschlusspflicht an und überlässt es den Kunden, ob und wann sie von der umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Fernwärme / Fernkälte Gebrauch machen möchten.

Nach 2020 sind weitere Ausbauetappen und Gebietserschliessungen in Buchs und Aarau-Rohr in Planung. Mit dem Umbau der Wärmeversorgung von fossilen Energien auf lokale erneuerbare Energien wird der CO2-Ausstoss deutlich verringert und die lokale Wertschöpfung gesteigert.

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